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Hinweise für Bachelor- und Masterarbeiten sowie zum Forschungskolloquium
Eine gute Abschlussarbeit entsteht nicht erst beim Schreiben. Sie entwickelt sich schrittweise aus einer relevanten Themenidee, einer klaren Forschungsfrage, einem nachvollziehbaren methodischen Vorgehen und der kritischen Auseinandersetzung mit den gewonnenen Ergebnissen.
Auf dieser Seite finden Sie grundlegende Hinweise zur Vorbereitung und Erstellung Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit. Ergänzend biete ich für die von mir betreuten Studierenden ein regelmäßig stattfindendes Forschungskolloquium für Bachelor- und Masterarbeiten an.
Von der Themenidee zur Forschungsfrage
Am Anfang einer Abschlussarbeit steht häufig ein interessantes Thema aus Studium, beruflicher Praxis oder Forschung. Für eine wissenschaftliche Arbeit muss dieses Thema eingegrenzt und in eine klar beantwortbare Forschungsfrage überführt werden.
Ein geeignetes Thema sollte:
- fachlich relevant und wissenschaftlich bearbeitbar sein,
- einen erkennbaren Bezug zum Studiengang besitzen,
- innerhalb der verfügbaren Bearbeitungszeit untersucht werden können,
- einen Zugang zu erforderlicher Literatur, Daten oder Praxispartnern ermöglichen,
- über eine bloße Beschreibung hinausgehen und eine analytische Fragestellung enthalten.
Die Forschungsfrage bildet den roten Faden der gesamten Arbeit. Gliederung, Theorie, Methodik, Untersuchung und Schlussfolgerungen müssen erkennbar auf ihre Beantwortung ausgerichtet sein.
Die Bachelorarbeit
Mit der Bachelorarbeit weisen Sie nach, dass Sie eine fachlich abgegrenzte Fragestellung innerhalb eines vorgegebenen Zeitraums selbstständig und mit wissenschaftlichen Methoden bearbeiten können.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere:
- eine präzise und realistisch eingegrenzte Forschungsfrage,
- die strukturierte Auswertung einschlägiger Fachliteratur,
- die nachvollziehbare Anwendung einer geeigneten Methode,
- die sachgerechte Darstellung und Auswertung der Ergebnisse,
- die Verbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit praktischen Fragestellungen,
- eine eigenständige und begründete Schlussfolgerung.
Die Bachelorarbeit soll zeigen, dass Sie wissenschaftlich denken, Informationen kritisch bewerten, methodisch vorgehen und zu einer belastbaren Antwort auf Ihre Forschungsfrage gelangen können.
Die Masterarbeit
Die Masterarbeit geht hinsichtlich wissenschaftlicher Tiefe, methodischem Anspruch und Eigenständigkeit deutlich über die Bachelorarbeit hinaus. Sie soll zeigen, dass Sie eine anspruchsvolle Problemstellung selbstständig untersuchen und in den bestehenden Stand von Wissenschaft und Forschung einordnen können.
Von einer Masterarbeit werden insbesondere erwartet:
- eine wissenschaftlich und praktisch relevante Problemstellung,
- eine präzise hergeleitete Forschungsfrage,
- eine vertiefte und kritische Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand,
- ein begründetes und anspruchsvolles Untersuchungsdesign,
- eine systematische Erhebung und Auswertung eigener oder vorhandener Daten,
- die kritische Diskussion der Ergebnisse,
- die Reflexion methodischer Grenzen,
- ein erkennbarer eigenständiger Erkenntnisbeitrag.
Eine Masterarbeit soll nicht nur vorhandenes Wissen zusammenfassen. Sie soll Zusammenhänge analysieren, bestehende Ansätze kritisch prüfen und daraus neue Erkenntnisse, Modelle, Handlungsempfehlungen oder weiterführende Forschungsfragen entwickeln.
Empfohlener Aufbau einer Abschlussarbeit
Der konkrete Aufbau richtet sich nach dem Thema und der gewählten Methode. Als Orientierung kann folgende Grundstruktur dienen:
Einleitung
Problemstellung, Relevanz, Zielsetzung, Forschungsfrage und Aufbau der Arbeit
Forschungsstand und theoretische Grundlagen
Begriffe, Modelle, rechtliche oder technische Rahmenbedingungen sowie kritische Auswertung der einschlägigen Literatur
Methodik
Untersuchungsdesign, Datengrundlage, Auswahl der Methoden und Begründung des Vorgehens
Untersuchung und Ergebnisse
Systematische Darstellung der erhobenen oder ausgewerteten Daten und Befunde
Diskussion
Einordnung und Interpretation der Ergebnisse, Vergleich mit dem Forschungsstand sowie kritische Reflexion
Fazit und Ausblick
Beantwortung der Forschungsfrage, zentrale Erkenntnisse, Handlungsempfehlungen, Grenzen und weiterer Forschungsbedarf
Die Gliederung muss der Argumentation folgen. Sie ist kein starres Schema, sondern bildet die inhaltliche Logik der jeweiligen Arbeit ab.
Wissenschaftliche Qualitätsanforderungen
Eine überzeugende Abschlussarbeit zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- eine durchgängige und nachvollziehbare Argumentation,
- eine klare Verbindung zwischen Forschungsfrage, Methode und Ergebnis,
- eine kritische statt lediglich beschreibende Auseinandersetzung,
- die Verwendung geeigneter und möglichst hochwertiger Quellen,
- eine konsequente Trennung eigener Aussagen von übernommenen Erkenntnissen,
- eine korrekte und einheitliche Zitierweise,
- eine verständliche, präzise und sachliche Sprache,
- transparente und überprüfbare Arbeitsschritte,
- eine kritische Würdigung der Aussagekraft und Grenzen der Ergebnisse.
Behauptungen müssen begründet, Daten nachvollziehbar ausgewertet und Schlussfolgerungen aus den zuvor dargestellten Ergebnissen abgeleitet werden.
Methodisches Vorgehen
Die Methode muss zur Forschungsfrage passen. Je nach Thema kommen beispielsweise infrage:
- systematische oder strukturierte Literaturauswertungen,
- qualitative Interviews,
- Experteninterviews,
- standardisierte Befragungen,
- Fallstudien und vergleichende Fallanalysen,
- Dokumenten- und Inhaltsanalysen,
- Wirtschaftlichkeits- und Lebenszyklusanalysen,
- Nutzwert- und Kriterienanalysen,
- Prozess- und Organisationsanalysen,
- Modellbildungen, Simulationen oder Szenarien,
- Auswertungen von Betriebs-, Gebäude- oder Marktdaten.
Die Auswahl der Methode ist wissenschaftlich zu begründen. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Methoden einzusetzen, sondern die Forschungsfrage mit einem geeigneten und beherrschbaren Untersuchungsdesign zu beantworten.
Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen
Praxispartner können einen wertvollen Zugang zu realen Problemstellungen, Daten und fachlicher Expertise eröffnen. Die Abschlussarbeit bleibt jedoch eine eigenständige wissenschaftliche Prüfungsleistung.
Deshalb sollten frühzeitig geklärt werden:
- die konkrete Fragestellung und der wissenschaftliche Erkenntniswert,
- der Zugang zu Daten, Dokumenten und Ansprechpartnern,
- mögliche Vertraulichkeits- oder Geheimhaltungsanforderungen,
- die wissenschaftliche Verwendbarkeit betrieblicher Informationen,
- die Rechte an Abbildungen, Datensätzen und Untersuchungsergebnissen,
- realistische Zeiträume für Interviews, Freigaben und Datenlieferungen.
- Die Interessen eines Praxispartners dürfen die offene wissenschaftliche Analyse und die kritische Bewertung der Ergebnisse nicht einschränken.
Umgang mit künstlicher Intelligenz
Werkzeuge der künstlichen Intelligenz können – soweit dies nach den geltenden hochschulrechtlichen Vorgaben zulässig ist – den Arbeitsprozess unterstützen. Die wissenschaftliche Verantwortung verbleibt vollständig bei der Verfasserin oder dem Verfasser.
Insbesondere gilt:
- KI-generierte Aussagen sind keine wissenschaftlichen Quellen.
- Literaturangaben und Zitate müssen anhand der Originalquellen überprüft werden.
- Ergebnisse dürfen nicht ungeprüft übernommen werden.
- Vertrauliche Daten dürfen nicht unzulässig in externe Systeme eingegeben werden.
- Art und Umfang der Nutzung sind entsprechend den geltenden Vorgaben transparent zu dokumentieren.
Die eigenständige wissenschaftliche Leistung muss jederzeit erkennbar bleiben.
Maßgeblich sind die jeweils geltenden Studien- und Prüfungsordnungen, die Vorgaben der BHT sowie die individuellen Vereinbarungen zur Betreuung.
Forschungskolloquium für Bachelor- und Masterarbeiten
Wissenschaft gemeinsam weiterdenken
In Anlehnung an die Arbeitsweise von Doktorandenkolloquien findet 14-tägig, jeweils freitags, ein Forschungskolloquium für die von mir betreuten Bachelor- und Masterarbeiten statt.
Das Kolloquium ist keine zusätzliche Prüfung. Es ist ein geschützter wissenschaftlicher Arbeits- und Diskussionsraum, in dem die Teilnehmenden ihre Themen, Forschungsfragen, Methoden, Zwischenstände und Ergebnisse vorstellen und gemeinsam weiterentwickeln können.
Inhalte des Kolloquiums
Je nach Bearbeitungsstand werden insbesondere behandelt:
- Eingrenzung und Schärfung des Themas,
- Formulierung einer tragfähigen Forschungsfrage,
- Entwicklung einer überzeugenden Gliederung,
- Auswahl und Begründung der Forschungsmethode,
- Vorbereitung von Interviews, Befragungen oder Fallstudien,
- Diskussion von Daten und Zwischenergebnissen,
- Umgang mit methodischen oder organisatorischen Schwierigkeiten,
- Aufbau einer wissenschaftlichen Argumentation,
- Vorbereitung des Abschlusses und des Kolloquiums zur Verteidigung der Arbeit.
Die Studierenden stellen in regelmäßigen Abständen ihren Arbeitsstand in kompakter Form vor. Anschließend werden offene Fragen, methodische Entscheidungen und mögliche nächste Schritte gemeinsam diskutiert.
Ihr Nutzen
Die regelmäßige Teilnahme unterstützt Sie dabei,
- frühzeitig einen klaren roten Faden zu entwickeln,
- Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen,
- methodische Entscheidungen besser zu begründen,
- verbindliche Zwischenziele einzuhalten,
- von den Fragestellungen und Erfahrungen anderer Studierender zu lernen,
- wissenschaftliche Kritik konstruktiv aufzunehmen,
- eigene Ergebnisse verständlich und überzeugend zu präsentieren,
- Sicherheit für die spätere Verteidigung der Arbeit zu gewinnen.
Besonders wertvoll ist der Perspektivwechsel: Wer die Arbeiten anderer diskutiert, schärft zugleich den Blick für die Qualität der eigenen Arbeit. Das Kolloquium schafft damit eine kleine wissenschaftliche Gemeinschaft, in der voneinander und miteinander gelernt wird.
Vorbereitung und Mitwirkung
Die Qualität des Kolloquiums lebt von der aktiven Beteiligung aller Teilnehmenden. Erwartet werden:
- eine regelmäßige Teilnahme,
- eine kurze und strukturierte Darstellung des eigenen Arbeitsstandes,
- konkrete Fragen für die gemeinsame Diskussion,
- die Bereitschaft, anderen Studierenden konstruktives Feedback zu geben,
- die Umsetzung vereinbarter Arbeitsschritte bis zum nächsten Termin.
Präsentationen müssen nicht „fertig“ sein. Gerade offene Fragen, Unsicherheiten und methodische Schwierigkeiten eignen sich besonders für die gemeinsame Beratung.
Betreuung und Eigenverantwortung
Das Forschungskolloquium ergänzt die individuelle Betreuung, ersetzt diese aber nicht. Einzelne, vertrauliche oder besonders arbeitsspezifische Fragen können weiterhin in individuellen Betreuungsterminen besprochen werden.
Die Verantwortung für Planung, wissenschaftliche Qualität, fristgerechte Bearbeitung und Einhaltung der formalen Vorgaben liegt bei der Verfasserin oder dem Verfasser. Ziel der Betreuung ist es, diesen eigenständigen wissenschaftlichen Arbeitsprozess fachlich und methodisch bestmöglich zu unterstützen.
Teilnahme und Termine
Das Forschungskolloquium findet während des Semesters im 14-tägigen Rhythmus jeweils freitags statt. Die konkreten Termine, der Veranstaltungsort beziehungsweise der digitale Zugangslink sowie Hinweise zur Vorbereitung werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Teilnehmen können Studierende, deren Bachelor- oder Masterarbeit von mir betreut wird oder deren Betreuung konkret vorbereitet wird.
Nächste Termine des Forschungskolloquiums in 2026
Das Forschungskolloquium findet grundsätzlich im 14-tägigen Rhythmus freitags statt. Die nächsten Termine sind:
- Freitag, 7. August 2026
- Freitag, 21. August 2026
- Freitag, 4. September 2026 – entfällt
- Freitag, 18. September 2026
- Freitag, 2. Oktober 2026
In begründeten Sonderfällen können ergänzende individuelle Besprechungs- oder Kolloquiumstermine nach persönlicher Absprache vereinbart werden.
Bitte stimmen Sie Ihre Teilnahme und die Vorstellung Ihres jeweiligen Arbeitsstandes rechtzeitig mit mir ab.
Nach der Abgabe: Terminvereinbarung und Abschlusskolloquium
Nach der fristgerechten Abgabe der Abschlussarbeit im Dekanat beziehungsweise in der zuständigen Fachbereichsverwaltung müssen sich die Studierenden eigenständig mit mir in Verbindung setzen, damit ein Termin für das Abschlusskolloquium vereinbart werden kann. Eine automatische Terminvergabe erfolgt nicht.
Sind externe Betreuerinnen oder Betreuer beziehungsweise externe Gutachterinnen oder Gutachter beteiligt, sind mir deren vollständige Kontaktdaten rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Benötigt werden insbesondere:
- Vor- und Nachname,
- Institution oder Unternehmen,
- E-Mail-Adresse,
- gegebenenfalls Telefonnummer sowie
- bereits bekannte zeitliche Verfügbarkeiten.
- Die Kontaktdaten werden benötigt, damit der Prüfungstermin mit allen beteiligten Personen abgestimmt werden kann.
- Ablauf der mündlichen Abschlussprüfung
Das Abschlusskolloquium beziehungsweise die mündliche Abschlussprüfung dauert insgesamt etwa 60 Minuten und gliedert sich in zwei Teile:
Präsentation der Abschlussarbeit – 15 bis 20 Minuten
Die Studierenden stellen die wesentlichen Inhalte ihrer Arbeit strukturiert und verständlich vor. Im Mittelpunkt stehen:
- Problemstellung und Relevanz des Themas,
- Zielsetzung und Forschungsfrage,
- methodisches Vorgehen,
- zentrale Ergebnisse,
- wissenschaftlicher und praktischer Erkenntnisgewinn,
- Grenzen der Untersuchung und weiterer Forschungsbedarf.
Mündliche Verteidigung – 40 bis 45 Minuten
Im anschließenden Prüfungsgespräch werden die Arbeit, das methodische Vorgehen und die erzielten Ergebnisse wissenschaftlich diskutiert. Dabei können insbesondere Fragen zur theoretischen Einordnung, zur Auswahl der Methoden, zur Belastbarkeit der Ergebnisse, zu alternativen Lösungswegen und zur Übertragbarkeit auf andere Anwendungsfälle gestellt werden.
Ziel der mündlichen Verteidigung ist es, die zentralen Entscheidungen und Erkenntnisse der Abschlussarbeit fachlich zu begründen, kritisch zu reflektieren und in einen größeren wissenschaftlichen beziehungsweise praktischen Zusammenhang einzuordnen.
Die Präsentation sollte frei und adressatengerecht gehalten werden. Bitte planen Sie die Vortragszeit sorgfältig und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Aussagen Ihrer Arbeit. Eine reine Wiedergabe der Gliederung oder ein Vorlesen umfangreicher Textfolien ist nicht zielführend.
